Über 40 Prozent aller Websites weltweit laufen auf WordPress. Das ist keine Modeerscheinung, sondern Ergebnis eines reifen Ökosystems mit grosser Community, vielen Themes und einer Plugin-Bibliothek, die fast alles abdeckt. Trotzdem entscheiden wir uns bei cmdweb in den meisten Fällen für eine massgeschneiderte Lösung mit Next.js, React und TypeScript. Warum? Eine faire Gegenüberstellung.
Wo WordPress glänzt
Schnell startklar
Theme installieren, Inhalt einpflegen, fertig. Wer eine einfache Website braucht und die Optik eines Standard-Themes akzeptiert, kommt in Tagen statt Wochen ans Ziel.
Riesiges Ökosystem
Für nahezu jede Anforderung existiert ein Plugin: SEO, E-Commerce, Mehrsprachigkeit, Formulare, Buchungen, Mitgliederbereiche. Vieles davon ist gratis oder günstig.
Wo WordPress an Grenzen stösst
Performance
WordPress basiert standardmässig auf dynamischem serverseitigem Rendering via PHP und lädt typischerweise viele Plugin-Skripte. Mit Full-Page-Caching, CDN und Bildoptimierung lässt sich das gut beschleunigen, out of the box sind Core Web Vitals aber oft schwach. Mit Custom-Stack wie Next.js erreichen wir Lighthouse-Werte über 95, Performance ist Teil der Architektur, nicht Nachgelagertes.
Sicherheit
WordPress ist beliebtes Ziel automatisierter Angriffe. Der Kern ist solide, aber jedes Plugin ist eine potenzielle Schwachstelle. Wer nicht regelmässig aktualisiert, riskiert Defacements, Spam-Einschleusungen oder Schlimmeres. Gut entwickelte Custom-Websites haben durch weniger Drittcode eine kleinere Angriffsfläche, Voraussetzung ist solide Implementierung und Hygiene bei Abhängigkeiten.
Wartung
Plugin- und Core-Updates können sich gegenseitig blockieren. "Es lief gestern noch" ist ein häufiges Phänomen. Wer eine WordPress-Site nicht aktiv pflegt, hat nach 1'2 bis 24 Monaten ein Wartungsproblem. Custom-Sites brauchen ebenfalls Wartung, npm-Dependencies, Framework-Major-Versionen, Security-Patches. Der Update-Zyklus ist aber meist planbarer, weil keine Plugin-Kompatibilitätskonflikte entstehen.
Eigentumsverhältnisse
Bei WordPress hängen Sie an Themes und Plugins von Drittanbietern. Wird ein Plugin eingestellt, ist das ein Problem. Bei einer Custom-Lösung gehört der Code Ihnen.
Skalierung
WordPress lässt sich skalieren, braucht aber spezialisiertes Hosting, Caching-Layer und manchmal Headless-Setups, wenn die Last steigt. Eine moderne Next.js-Site läuft out of the box auf Edge-Netzwerken weltweit performant.
Wann WordPress die richtige Wahl ist
Ehrlich gesagt: oft. Konkret sehen wir folgende Szenarien, in denen WordPress sinnvoll ist:
- Inhaltslastige Blogs: Wer regelmässig publiziert und mehrere Autoren hat, profitiert vom ausgereiften Editor.
- Sehr knappes Budget: Wenn unter CHF 2'000 das absolute Limit ist, ist Custom selten realistisch.
- Standard-Anforderungen: Eine klassische Unternehmens-Site mit "Über uns", "Leistungen", "Kontakt" und Blog ist mit WordPress in akzeptabler Qualität günstig zu haben.
- Eigenes Team mit WP-Erfahrung: Wenn Sie intern bereits Know-how haben, gibt es keinen Grund zu wechseln.
- Selber basteln: Wenn Sie Ihre Website ohne Agentur selbst aufsetzen und pflegen möchten, ist WordPress dank der grossen Community, vieler Tutorials und vorgefertigter Themes ein guter Einstieg.
Wann sich Custom lohnt
Markendifferenzierung
Wenn Ihre Website ein zentrales Marketing-Asset ist und sich vom Wettbewerb abheben soll, stösst Standard-Design schnell an Grenzen. Custom heisst: Sie bekommen genau das Erlebnis, das Sie und Ihre Designer entwerfen.
Spezifische Workflows
Wenn Buchungen, Reservierungen, Konfiguratoren oder Schnittstellen zu Ihren bestehenden Tools (ERP, CRM, Buchhaltung) zentral sind, sind Plugins oft Kompromisslösungen. Custom-Code passt sich Ihren Prozessen an, nicht umgekehrt.
Langfristige Kostenkontrolle
Eine gute Custom-Site kostet initial mehr. Je nach Projekt können laufende Kosten tiefer ausfallen, bei einer WP-Site mit wenig Sonderlogik und Managed-Hosting kann es aber auch umgekehrt sein. Pauschale TCO-Vergleiche führen meist in die Irre.
Performance als Geschäftsfaktor
Wenn Conversion-Rate, SEO-Sichtbarkeit oder Nutzererfahrung direkt Umsatz beeinflussen, etwa bei E-Commerce, Buchungs- oder Lead-Generation-Sites, sind 100 ms Ladezeit-Unterschied bares Geld.
Unsere Praxis bei cmdweb
Wir bauen mit Next.js, weil wir dadurch:
- statische und serverseitig gerenderte Inhalte mischen können
- Performance-Standards out of the box erreichen
- TypeScript für Robustheit nutzen
- Hosting auf Edge-Netzwerken (CDN) einsetzen
- Inhalte über Headless-CMS pflegbar machen, wenn Redaktion wichtig ist
Für Kunden wie DS BauTech GmbH oder Gustis Fahrschule war eine schlanke, schnelle Site mit individueller Note die richtige Wahl. Für einen reinen Blog mit täglichem Posting würden wir möglicherweise zu WordPress raten.
Eine ehrliche Entscheidungshilfe
Stellen Sie sich diese drei Fragen:
- Wie individuell muss die Site aussehen und sich anfühlen? Wenig: WordPress. Sehr: Custom.
- Wie zentral ist Performance und SEO für Ihr Geschäft? Nebensächlich: WordPress reicht. Geschäftskritisch: Custom lohnt sich.
- Wie steht es um Wartungsbereitschaft? Wenig Zeit: Custom oder Managed-WordPress. Eigene Pflege: WordPress okay.
Fazit
Es gibt keinen universellen Sieger. WordPress ist ein hervorragendes Werkzeug, das Millionen Websites trägt. Eine massgeschneiderte Lösung ist nicht "besser", sondern anders, schneller, sicherer, individueller, dafür initial teurer.
Wir beraten unabhängig und ehrlich. Wenn WordPress für Sie die bessere Wahl ist, sagen wir das. Wenn eine Custom-Lösung mehr Sinn ergibt, begründen wir das genauso. Erfahren Sie mehr über uns oder schreiben Sie uns direkt, wir helfen Ihnen, die richtige Entscheidung zu treffen.